Dortmund weltweit
In vielen Gemeinden und im Kirchenkreis Dortmund findet ökumenische Gemeinschaft lebendigen Ausdruck in regelmäßigem Austausch und Projekten mit kirchlichen Partnern in aller Welt. Immer wieder besuchen deshalb auch Delegationen des Kirchenkreises die Partnerkirchen in anderen Ländern. Hier gibt’s die Berichte live von unterwegs.
Aktuelle Beiträge
Mit 75 in den wohlverdienten Ruhestand
Im April gab es im Kirchenkreis Bolenge eine besonderes Ereignis: Der Pastor Wendo-Boboy wurde im Alter von 75 Jahren feierlich in der Ruhestand verabschiedet. Er konnte dieses Ereignis zusammen mit seiner Frau feiern, nicht nur im Kongo ist das ein beachtliches Lebens- und Arbeitspensum. Wir wünschen eine gesegneten Ruhestand!
86. Ambulanzboot-Tour trotz Motorpannen erfolgreich beendet
Das Ambulanzboot ist von seiner 86. Tour zurückgekehrt.
Auf dieser Tour wurden 679 Patienten behandelt, davon 52 chirurgisch. Zusätzlich wurden 847 Personen bezüglich Familienplanung beraten und bei 592 Verhütungsmassnahmen empfohlen. HIV Tests waren sämtlich negativ. Die Behandlungen waren wie immer sehr begehrt, da die lokalen Gesundheitsstrukturen nicht funktional sind. Das Ambulanzboot hatte technische Probleme mit den Außenbordmotoren, diese müssen in der nächsten Zeit ersetzt werden.
In Folge des Ebola-Ausbruchs werden bei den nächsten Touren höhere Kosten anfallen:
Bei der Krankenversorgung sind auch in Bolenge und auf dem Ambulanzboot besondere Sicherheitsvorkehrungen nötig. Die Preise für Masken und Desinfektionsmittel sind vor Ort schon deutlich angestiegen. Daher benötigt das Ambulanzboot dringend Spenden für den erhöhten finanziellen Aufwand, der auch dann entsteht, wenn die Region Équateur und Mbandaka derzeit nicht von dem Ausbruch betroffen ist.
Eine gute Nachricht kommt von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS): Der in Dortmund und Bolenge gestellte Antrag auf Förderung ist erneut für die nächsten drei Jahre bewilligt worden. Somit ist ein Teil der laufenden Kosten gedeckt. Ohne Spenden und lokale Mittel ist der Weiterbetrieb dennoch nicht möglich. Wiederholungsförderungen der EKFS sind ungewöhnlich und sprechen für eine positive Evaluation des Projektes.
Ebola-Ausbruch im Kongo
Sie haben es in den letzten Tagen auf allen Kanälen der nationalen und internationalen Presse mitbekommen: Im Osten des Kongo ist Ebola ausgebrochen. Es handelt sich um die waldreiche Region Ituri, ca. 1800 km von Bolenge entfernt. Diese Distanz, also etwa Dortmund-Neapel, bietet einerseits einen gewissen Schutz, so dass in Bolenge derzeit keine Infektionen bekannt sind. Andererseits gab es auch in Kinshasa Erkrankungsfälle, und die Mobilität besonders auf dem Fluss bedeutet, dass in den nächsten Wochen durchaus eine Ausbreitungsgefahr besteht, die den gesamten Kongo betrifft. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union hat für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand ausgerufen. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete mehr als 500 Verdachtsfälle und 131 Todesfälle. Gegen das Bundibugyo-Virus, eines von fünf Ebolaviren, gibt es keine kausale Therapie und keinen Impfstoff. Die WHO-Repräsentantin des Kongo vermutet, dass diese Epidemie nicht in zwei Monaten vorbei sein wird. Daher sind auch in Bolenge und auf dem Ambulanzboot besondere Sicherheitsvorkehrungen bei der Krankenversorgung nötig. Die Preise für Masken und Desinfektionsmittel sind vor Ort schon deutlich angestiegen. Daher benötigt das Ambulanzboot dringend Spenden für den erhöhten finanziellen Aufwand, der auch dann entsteht, wenn die Region Équateur und Mbandaka derzeit nicht von dem Ausbruch betroffen ist.
Glücklicherweise haben Seuchenbekämpfer und Ärztinnen sehr viel Erfahrung im Umgang mit dem Virus, dessen Genom in der Region bereits komplett sequenziert wurde. So ist zu hoffen, dass in den nächsten Monaten eine Eindämmung und ggf. die Herstellung eines Impfstoffs gelingen könnte.
Dr. med. Jörg Philipps
Fachgespräche über Gemüseanbau: Laurent Kabuyaya in Dortmund
Im Rahmen der fast 40-jährigen deutsch-kongolesischen Partnerschaft Dortmund – Bolenge war Laurent Kabuyaya vom 14.11. bis 17.11. in Dortmund.
Das Wochenende stand unter dem Thema des ökologischen Gemüseanbaus.
Freitagabend hat Kabuyaya der Partnerschaftsgruppe von den Erfolgen seiner Arbeit in Bolenge berichtet. Sein „agroökologisches Zentrum“ hilft den Menschen in der Region, bessere Ernten zu erzielen. In Schulungen werden den Menschen die Grundlagen des Bio-Gemüseanbaus vermittelt und sie erhalten hochwertiges Saatgut. Auf Versuchs-Feldern wird daran geforscht welche Pflanzen am besten an das Klima und die Böden angepasst sind. So wurden zum Beispiel 15(!) Sorten Manjok im Vergleich angebaut um die Besten auszuwählen. Neben dem traditionellen Wurzelgemüse lernen die Bauern und Bäuerinnen auch „neue“ Gemüsesorten anzubauen, um eine vielseitige Ernährung zu ermöglichen. Aus Mais, Soja und Hirse wird ein nahrhaftes Porridge hergestellt, das Mangelernährung bei Kindern entgegen wirkt. Der Verkauf des Porridges vergrößert auch den finanziellen Handlungsspielraum der Kirche.
Am Samstag besuchte Laurent mit einer kleinen Gruppe Interessierter die Solidarische Landwirtschaft Kümperheide, wo mit viel Handarbeit Gemüse für die „SoLaWi“-Mitglieder angebaut wird. Beim gemeinsamen Mittagessen kamen Hokkaido Kürbis und Rote Beete vom Acker direkt als Ofengemüse auf den Tisch – Gemüse, das in Bolenge (noch) nicht auf dem Speiseplan steht. Der intensive Austausch mit der Gastgeberin Miriam Fekkak wurde nur dadurch begrenzt, dass noch eine zweite Station auf dem Programm stand: Der Asselner Gemüsegarten wurde erst vor drei Jahren von Nina und Patrick Grothaus gegründet. Seit dem wächst und gedeiht auf der kleinen Fläche in Asseln eine große Menge Gemüse. Besonders interessant, bei der Führung über das Gelände, waren die super spezialisierten „Low-Tech”-Geräte, die unheimlich effizientes Arbeiten ermöglichen. Ihre einfache Konstruktion lädt sicher zum Nachbau in Bolenge ein.
Der Sonntagsgottesdienst in der Hörder Lutherkirche wurde zu einem lebendigen Fest der Gemeinschaft. Ein Kind wurde getauft, Kabuyay hat erneut seine Arbeit vorgestellt und schwungvolle Musik aus Bolenge, so wie Pop- und Gospelsongs haben den Gottesdienst zu einem tollen Erlebnis gemacht.
Sonntag Nachmittag, in der World Press-Ausstellung im Depot, hat ihn besonders die Bilderserie interessiert, die den Klimawandel in seiner Heimatstadt Goma dokumentiert.
Bei einer Führung im Wichern Wohnungslosenzentrum mit Nils Back, dem Leiter des Diakonischen Werks, hat Kabuyaya Einblicke in die diakonische Arbeit in Dortmund gewonnen. Montag hat er die alte Kirche und die Jugendarbeit in Wellinghofen besucht.
Der aufmerksame Zuhörer Kabuyaya hat sich überall fleißig Notizen gemacht.
Mit Mittlerweile hat die Dortmunder Partnerschaftsgruppe die ersten Bilder bekommen, was aus dem mitgenommenen Saatgut in Bolenge gewachsen ist.
Interesse geweckt?! Der Partnerschaftskreis ist immer offen für neue Mitglieder. Kontakt: hannah.kochanek@ekkdo.de
Bei der SoLaWi sind für 2026 noch Gemüse-Anteile frei.
Infos unter https://www.lernbauernhof-schultetigges.de/solawi
Und der Hofladen des Asselner Gemüsegartens ist geöffnet
Mo & Do 16-19Uhr (Asselburgstr. 20 44319 Dortmund).






