Sie haben es in den letzten Tagen auf allen Kanälen der nationalen und internationalen Presse mitbekommen: Im Osten des Kongo ist Ebola ausgebrochen. Es handelt sich um die waldreiche Region Ituri, ca. 1800 km von Bolenge entfernt. Diese Distanz, also etwa Dortmund-Neapel, bietet einerseits einen gewissen Schutz, so dass in Bolenge derzeit keine Infektionen bekannt sind. Andererseits gab es auch in Kinshasa Erkrankungsfälle, und die Mobilität besonders auf dem Fluss bedeutet, dass in den nächsten Wochen durchaus eine Ausbreitungsgefahr besteht, die den gesamten Kongo betrifft. Die Gesundheitsbehörde der Afrikanischen Union hat für den gesamten afrikanischen Kontinent den Notstand ausgerufen. Das kongolesische Gesundheitsministerium meldete mehr als 500 Verdachtsfälle und 131 Todesfälle. Gegen das Bundibugyo-Virus, eines von fünf Ebolaviren, gibt es keine kausale Therapie und keinen Impfstoff. Die WHO-Repräsentantin des Kongo vermutet, dass diese Epidemie nicht in zwei Monaten vorbei sein wird. Daher sind auch in Bolenge und auf dem Ambulanzboot besondere Sicherheitsvorkehrungen bei der Krankenversorgung nötig. Die Preise für Masken und Desinfektionsmittel sind vor Ort schon deutlich angestiegen. Daher benötigt das Ambulanzboot dringend Spenden für den erhöhten finanziellen Aufwand, der auch dann entsteht, wenn die Region Équateur und Mbandaka derzeit nicht von dem Ausbruch betroffen ist.
Glücklicherweise haben Seuchenbekämpfer und Ärztinnen sehr viel Erfahrung im Umgang mit dem Virus, dessen Genom in der Region bereits komplett sequenziert wurde. So ist zu hoffen, dass in den nächsten Monaten eine Eindämmung und ggf. die Herstellung eines Impfstoffs gelingen könnte.
Dr. med. Jörg Philipps
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